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Arbeiten im Auto: Job aus, Fokus an

Zwischen Termindruck und Stau verschwimmt für viele die Grenze zwischen Büro und Fahrersitz. Eine aktuelle Umfrage von Continental zeigt: Jeder vierte Autofahrer erledigt unterwegs berufliche Aufgaben. Was harmlos wirkt, kann schnell teuer und gefährlich werden.

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Arbeit am Steuer lenkt ab – und erhöht das Unfallrisiko deutlich. Bild: SP-X

Das Auto rollt, das Smartphone blinkt, der Kalender drängt. Wer viel unterwegs ist, kennt den Reiz, die Fahrtzeit produktiv zu nutzen. Doch sobald der Job das Steuer übernimmt, verliert der Verkehr an Aufmerksamkeit. Genau hier beginnt ein Risiko, das viele unterschätzen – für sich selbst, für andere und für den eigenen Führerschein.

Zwischen Lenkrad und Laptop
Laut der aktuellen Continental-Umfrage erledigt rund jeder vierte Autofahrer in Deutschland zumindest gelegentlich berufliche Aufgaben während der Fahrt. 15 Prozent schreiben sogar Nachrichten, beantworten E-Mails oder nehmen an Videokonferenzen teil. Besonders Vielfahrer und Pendler greifen häufig zum Smartphone. Erschreckend: Ein spürbarer Teil der Befragten gibt an, mehrmals pro Woche dienstlich im Auto aktiv zu sein. Gleichzeitig fühlen sich viele dabei „sicher genug“ – obwohl Studien seit Jahren zeigen, dass schon ein kurzer Blick aufs Display die Reaktionszeit deutlich verlängert.

Regeln? Nur halb bekannt
Nur 59 Prozent der Befragten kennen die gesetzlichen Vorgaben zur Nutzung elektronischer Geräte im Auto genau. Der Rest hat höchstens eine grobe Vorstellung. Dabei regelt die Straßenverkehrsordnung klar: Elektronische Geräte dürfen nur genutzt werden, wenn sie weder aufgenommen noch gehalten werden und eine Sprachsteuerung oder Vorlesefunktion zum Einsatz kommt. Wer das Gerät in die Hand nimmt, darf das ausschließlich bei vollständig ausgeschaltetem Motor. Eine Start-Stopp-Automatik reicht nicht aus. 

Teuer und riskant
Wer während der Fahrt zum Handy greift, riskiert bis zu 228,50 Euro Bußgeld, zwei Punkte in Flensburg und einen Monat Fahrverbot – je nach Schwere des Verstoßes. Kommt es zur Gefährdung oder gar zu einem Unfall, steigen die Konsequenzen deutlich. Versicherer prüfen in solchen Fällen sehr genau. Wer nachweislich abgelenkt war, bleibt womöglich auf einem Teil des Schadens sitzen. Der kurze Blick aufs Display kann damit weitreichende Folgen haben.

Mythos Multitasking 
Viele Befragte der Continental-Studie sind überzeugt, Ablenkung gut kontrollieren zu können. Gleichzeitig räumt ein großer Teil ein, sich im Straßenverkehr schon einmal durch berufliche Themen gestresst oder überfordert gefühlt zu haben. Genau hier liegt das Problem: Das Gehirn wechselt nur blitzschnell zwischen Aufgaben hin und her, es arbeitet nicht parallel. Jede zusätzliche Tätigkeit kostet Konzentration. Wer bei 100 km/h nur zwei Sekunden aufs Handy schaut, legt fast 60 Meter im Blindflug zurück.